Review: Fujifilm FinePix S8600

Vor kurzem bekam ich eine kleine Bridgekamera der Marke Fujifilm in die Hände und dachte mir, dass ich darüber eine kurze Rezension verfasse. Vielleicht interessiert es den einen oder den anderen, der auf der Suche nach einer ähnlichen Kamera ist. Da bei meinem Schwiegervater seine alte Digitalkamera kaputt ging, wurde ich gebeten, für ihn eine Einsteiger-Bridgekamera bis 150 Euro auszusuchen.

Auswahl gibt es prinzipiell genug auf dem Markt. In dem Preissegment liegen solche Kameras wie Panasonic DMC-LZ30, Nikon Coolpix L340, Polaroid IE 4038, Rollei Powerflex 260 und die Fujifilm FinePix S8600. Meine Entscheidung fiel letzen Endes auf Fujifilm, da sie im Schnitt 20 – 30 Euro günstiger als Konkurenzmodelle war, aber bessere Gesamtbewertung als das günstigste Modell – Polaroid – erhielt. Der Preis spielte hier eine entscheidende Rolle. Ich war also gespannt, was man für 129 Euro bekommt.

Bei der über Amazon bestellten Kamera handelte es sich um Euroware. Das heißt, das Benutzerhandbuch gab es nur in Niederländisch. Eigentlich nicht weiter schlimm im digitalen Zeitalter – das Handbuch lässt sich jederzeit als PDF herunterladen. Schade nur, dass es bei der Bestellung nicht ersichtlich war.

Die Kamera ist schön kompakt, handlich und leicht. Betrieben wird sie mit 3 AA-Batterien. Das ist günstig und praktisch. Leider hat sie keinen eingebauten optischen Sucher. Fotografiert wird nur über den 3-Zoll großen Monitor. Der ist relativ träge und grobpixelig. Okay, für das Preissegment kann man keinen Monitor mit 1 MP Auflösung erwarten.

Direktzugriffstasten gibt es nur am Drehkreuz mit je einer zusätzlichen DISP- und PLAY-Taste. Oben ist das Wahlrad für Motivprogramme, manuelle und automatische Modi angeordnet. Die meisten Einstellungen sind, wie bei meisten Kameras dieser Preisklasse, nur durch das Menü zu erreichen.

Abbildungsleistung

Es ist schon erstaunlich, wie eine 36-fache Vergrößerung, Brennweite von 25mm/900mm (35-mm-Kleinbildäquivalent), in so ein kompaktes Gehäuse hinein passt. Klar, die Linse ist nicht besonders lichtstark. Der Blendenwert geht von f/2,9 im Weitwinkel- bis zu sagenhaften f/15,4 im Telebereich. Da würde das Freihandfotografieren bei voll ausgefahrenem Tubus selbst bei schönstem Wetter zur sportlichen Leistung werden. Der eingebaute Bildstabilisator schafft zwar etwas Abhilfe, Wunder kann er jedoch nicht bewirken.

Fotos sehen relativ verrauscht aus, die Schattenpartien gehen unter. Bei schwierigen Lichtverhältnissen – wie etwa in schlecht beleuchteten Innenräumen bei Gegenlicht – kommt mein iPhone 5s mit der 645 Pro Mk III App intelligenter zurecht und liefert gefühlt bessere Bildergebnisse. Der Autofokus der FinePix ist relativ langsam, erkennt aber im Automodus viele Motive richtig. Die Kamera hat auch zwei manuelle Modi: Blendenautomatik S und Manuell M. In der Blendenautomatik wird die Zeit vorgegeben, die Blende ermittelt die Kamera selbstständig. Im manuellen Modus M stellt man sowohl die Zeit als auch die Blende selbst ein. Schleierhaft ist mir, warum der Hersteller der Kamera keinen Zeitautomatikmodus spendiert hat. Mit meiner DSLR fotografiere ich fast ausschließlich über Zeitautomatik/Blendenvorwahl. Die Belichtungszeit ermittelt die Kamera. Da, wo es nötig ist, greife ich manuell ein. Interessant fand ich es auch, dass die Blende sich nicht stufenweise verändern lässt. Man kann entweder die kleinste oder die größte einstellen.

Auf die Motivprogramme und Filtereffekte gehe ich nicht weiter ein. Diese sind, wie bei den meisten Kameras dieser Preisklasse, recht unintelligent und überflüssig. Die Langzeitbelichtung der Fuji-FeinPix beträgt höchstens 8 Sekunden. Alles, was darüber ginge, wäre wahrscheinlich zu stark verrauscht. Darüber hinaus kann man auch manuell fokussieren.

Die Panoramafunktion arbeitet zwar ganz ordentlich, das Handling ist jedoch recht umständlich. Mann muss nach dem ersten Auslösen die Kamera langsam nach rechts schwenken, bis ein ein Fadenkreuz das vorgegebene Ziel trifft. Dann darf die Kamera weiter bewegt werden und die gleiche Prozedur muss wiederholt werden. Wer schon mal eine Flugsimulation gespielt hat, in der man einen gegnerischen Flugzeug abschießen musste, wird sich vielleicht daran erinnern.

Beispielbild_Finepix_S8600_full

Testbild Fujifilm FinePix S8600: reduzierte Auflösung

Beispielbild_Finepix_S8600_Ausschnitt

Testbild Fujifilm FinePix S8600: volle Auflösung (Ausschnitt)

Fazit

Für 129 Euro bekommt man eine Megazoom-Kamera, die man bei schönem, sonnigen Wetter gut verwenden kann. Wunder darf man von so einer Kamera nicht erwarten. Gedacht ist sie für den weniger anspruchsvollen Fotografen mit nicht allzu großem Geldbeutel. Ich halte die 16 Megapixel für so eine Kamera als etwas übertrieben. Mit einer geringeren Auflösung hätte man womöglich bessere Bildergebnisse. Aber das ist wohl die Verkaufspolitik des Herstellers: Der Kunde setzt die Pixelanzahl mit der Bildqualität gleich.

Bewertung:

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