Wichtig war mir die durchgehende Lichtstärke. Deswegen schieden für mich die relativ lichtarmen Kit-Nikkore aus, die bei hohem Zoom noch weniger Licht als bei Weitwinkel durchließen. Aus dem Grund kam für mich das fast baugleiche, etwas mehr Zoom bietende Sigma 17-70 mm f2,8-4,0 nicht infrage. Preislich und auf einem annähernd gleichem technischen Niveau bewegt sich das Tamron SP AF 17-50mm 2,8 . Getestet habe ich diese Linse nicht. Meine Entscheidung für das Sigma fiel aus dem Bauch heraus. Vielleicht hielt ich das Sigma für eine bessere Marke.
Das Sigma 17-50 ist mit seinen 657 g kein Leichtgewicht und ist fast 100 g schwerer als das vergleichbare Kit-Objektiv
Nikkor 16-85 VR
. Das Gewicht fällt dem Objektiv jedoch nicht in Nachteil. Ich finde, die Nikon D7000 ist durch das Gewicht gut ausbalanciert. Die gummierte Oberfläche des Sigma fühlt sich sehr wertig an. Alles sitzt fest, nichts wackelt oder klappert. Die Drehelemente haben kein Spiel und gehen nicht zu leichtgängig. Das in manchen Foren beschriebene Verhalten, dass der Tubus beim Transport selbstständig aufdreht, konnte ich nicht beobachten. Für längere Transportwege oder für unwegsames Gelände gibt es eine Lock-Taste. Optisch harmoniert das Sigma 17-50 sehr gut mit dem D7000-Body. Die Einheit wirkt edler als die Kombination mit dem Nikkor-Kit-Objektiv.
Das Sigma liefert warme, satte Farben und zeigt durchgängig konstante Schärfe über den gesamten Zoombereich. Die Linse deckt die wichtigsten Brennweiten ab und hat mit 17 mm einen ganz ordentlichen Weitwinkel. Wer mehr Weitwinkel benötigt, kommt um die Anschaffung eines richtigen Weitwinkelobjektivs nicht herum. Ansonsten ist das Sigma ein ziemlicher Allrounder mit Weitwinkel und leichtem Tele.
Richtig dick punkten kann das Sigma mit seiner Lichtstärke. Offenblende von 2.8 ist schon nicht schlecht; der optische Stabilisator (OS) reduziert die Zeit, die aus freier Hand noch möglich ist, noch um ein paar Blendstufen. In halbdunklen Kirchen fotografiere ich grundsätzlich ohne Blitz. Bei ISO 800 bis 1600 hole ich mit der Linse mehr raus, als mit dem lichtstarken Nikkor 35 mm 1.8 .
Das Sigma deckt den Bedarf in den meisten Situationen ab. Durch seine universelle Vielseitigkeit ist die Linse super für Reisen geeignet. Durch den sehr schnellen Fokus ist sie für Kinder und Sportfotografie gut geeignet. Für das Letztere wäre natürlich mehr Zoom von Vorteil, aber man kann schließlich nicht alles haben.
Mitgeliefert wird mit dem Objektiv ein robuster Köcher mit Reißverschluss und einem Gurtgriff sowie eine tulpenförmige Gegenlichtblende. Bei der oft bemängelten Gegenlichtblende kann ich keinen Fehler finden. Wenn man sie richtig mit Klick einrastet, sitzt sie sehr fest am Objektiv. Sowohl im Arbeits- als auch im Transportmodus verkehrt herum.
Sigma 17-50 mm F2,8 EX DC OS HSM-Objektiv (77 mm Filtergewinde, für Nikon Objektivbajonett)
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Doch welches Objektiv erfüllt die besten Voraussetzungen? Soll es eine Weitwinkel-Festbrennweite sein, ein Fisheye-Objektiv oder ein Zoomobjektiv im Weitwinkelbereich? Soll es aus dem gleichen Hause kommen wie der Body oder tut es auch ein Fremdhersteller?
Als erstes schied das Fischeye-Objektiv aus meiner Auswahl. Zu spezifisch ist die Brennweite, als dass ich diesen Effekt immer auf einer Urlaubsreise haben möchte. Dasselbe traf auch auf die Festbrennweite zu. Zu Anfang liebäugelte ich mit Walimex Pro 14 mm 1:2,8 . Bei einem attraktiven Preis bietet Walimex eine recht lichtstarke Linse. Ich wollte jedoch zu einem noch mehr Bildwinkel und zum anderen hatte ich bisher noch keine Erfahrung mit diesem Hersteller. Nach langem hin und her fiel meine nähere Auswahl auf Sigma 10-20 mm F4,0-5,6 EX DC HSM und das Tokina AT-X 116 PRO DX AF 11-16mm F/2.8 . Zu guter Letzt entschied ich mich für das Sigma, jedoch für das lichtstärkere und teurere Sigma 10-20 mm F3,5 EX DC HSM .
Bestellt habe ich das Objektiv Sonntagabend mit Amazon Prime für aktuell rund 500 Euro. Am Dienstag war es da. Voller Ungeduld packte ich das Päckchen auf. Das Objektiv ist ziemlich schwer, was aber nicht unbedingt nachteilig ist. Ich finde, mit meiner Nikon D7000 geht es eine angenehme Symbiose ein. Ich habe bereits ein 17-50 mm Sigma in meinem Arsenal. Das Sigma 10-20 mm sieht jedoch noch schicker aus. In einigen Amazon-Rezensionen bemängelte Kunststoffoberfläche des Objektivs kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Von der Optik und Haptik ist Sigma erste Sahne. Die Oberfläche ist gummiert, griffig und das Drehen des Zooms geht sehr angenehm. Nicht zu weich und nicht zu schwer. Es klappert nichts. Das Objektiv sieht gut aus und fühlt sich genauso an.
Eines der ersten Fotos aufgenommen mit dem Sigma 10-20 mm F3,5 EX DC HSM an einer Nikon D7000. Bilddaten: f/3.5, 1/250 s, 10 mm
Nun, die inneren Werte zählen bekanntlich mehr als das schicke Aussehen. Also, setzte ich das Objektiv drauf und machte die ersten Probeaufnahmen. Das Ergebnis – Fehlfokus. Ein bei mir nicht unbekanntes Problem. Ich musste bisher alle Objektive nachjustieren. Wahrscheinlich liegt der Fehler in der Kamera, die das Fokusproblem hat. Zum Glück lässt sich leichter Front- oder Backfokus bei der Nikon D7000 korrigieren. Nach der internen Fokuskorrektur lieferte das Sigma scharfe Bilder mit satten Farben.
Mit einem Blendenwert von 3,5 ist die Linse relativ lichtstark, aber nur relativ. Bei schlummerigem Wohnungslicht im Winter kommt das Sigma schnell an seine Grenzen. Eine Bildstabilisierung gibt es nicht. Gut, bei den Brennweiten unterhalb von 20 mm kann man je nach Motiv die meisten Lichtsituationen mit der ruhigen Hand ausgleichen. Für alles andere muss man den Blitz bemühen. Den internen Blitz bei extremen Weitwinkelaufnahmen kann man leider überhaupt nicht einsetzen. Der Tubus wirft einen hässlichen Schatten auf das Bild. Der Schatten wird gefühlt ab 16 mm sichtbar.
Mit 10 mm Brennweite habe ich bis dato noch nie fotografiert. Der Bildwinkel ist so extrem, dass er den Schirm meiner Baseballkappe mit erfasst hat. Also – entweder den Schirm nach hinten drehen oder ausladende Kopfbedeckungen für die Aufnahmen abnehmen. Ich kann es jedem empfehlen, so eine Brennweite getestet zu haben, um zu sehen, was man alles aufs Bild bekommt. Ein paar Meter vor einem Gebäude entfernt. Kein Problem – man bekommt die Fassade aufs Bild. Klar, gibt es bei dieser Brennweite an den Rändern Verzerrungen. Die perspektivische Verzerrung ist geometrisch bedingt und ist nicht zu umgehen. Entweder setzt man sie in die Bildgestaltung ein oder man vergrößert die Brennweite und läuft halt mehrere Schritte zurück, wenn man größere Objekte abbilden will. Für eine Städtereise eignet sich das Sigma ideal.
Das Sigma ist prädestiniert für die Landschaftsfotografie. Wo man schön den Vordergrund mit aufs Bild nehmen kann und es bis zum Horizont hinstrecken. Getestet habe ich das Objektiv bei eher langweiligen Wetterbedingungen, und ich denke, dass die Linse das Beste rausgeholt hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass beim schönen Wetter die Bilder erstklassig werden würden.
Rund ein halbes Jahr später fotografiere ich immer noch gern mit dieser Linse. Mittlerweile ist sie zu einer Immer-Drauf-Linse geworden. Die aus der Situation mitgenommene Perspektive ist einfach herrlich und verleiht dem Motiv eine ungeheurere Dynamik. Mit keinem anderen Objektiv erreiche ich solch eine Lebendigkeit der Bilder. Die eingefrorenen Momente sind fast greifbar. Insbesondere die unversteifte Leichtigkeit der Kinder ist mit diesem Objektiv sehr schön einzufangen. Mein kleiner Sohn muss dafür als Model herhalten. Sehr schön ist der Umstand, dass man bei 10 mm das Objekt nicht genau anvisieren muss. Etwas Übung vorausgesetzt, kann man nah stehende Motive einfach aus der Hand (á pistolet) schießen. Das Bild auf der rechten Seite ist so entstanden. Aus einem Abstand von weniger als einem halben Meter vor der ersten Ziege.
Sigma 10-20 mm F3,5 EX DC HSM-Objektiv (82 mm Filtergewinde, für Nikon Objektivbajonett)
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