28. September: Totale Mondfinsternis 2015

Sonnenfinsternisse kennt jeder. Eine Sonnenfinsternis ist ein imposantes Naturschauspiel, das auch heute noch Emotionen hervorrufen kann und früher für Angst und Schrecken sorgte. Eine Mondfinsternis, obwohl sie viel häufiger vorkommt, wird von vielen nicht wahrgenommen. Wohl auch deshalb, weil nachts die meisten von uns schlafen. Aber auch medial fristen Mondfinsternisse eher ein wortwörtliches Schattendasein. Dabei ist es durchaus ein sehenswertes Schauspiel, das auch länger als eine Sonnenfinsternis dauert.

Was passiert bei einer Mondfinsternis?

Während sich bei einer Sonnenfinsternis der Mond vor die Sonne schiebt, wird bei einer Mondfinsternis die Erde von hinten durch die Sonne angestrahlt und der Mond in Erdschatten getaucht. Die Erde steht also zwischen dem Mond und der Sonne. Da der Sichtwinkel der Erde vom Mond aus betrachtet größer als das der Sonne ist, ist der Erdschatten verhältnismäßig groß. Zum einen bedeutet das, dass das ganze Schauspiel länger dauert, zum anderen, dass die Mondfinsternisse bezogen auf einen lokales Ereignis häufiger als Sonnenfinsternisse auftreten.

Wenn der Mond in den Kernschatten der Erde eintaucht, färbt er sich blutrot an. Grund dafür ist die Strahlung der Sonne, die am Rand der Atmosphäre zur Schattenmitte gelenkt wird. Da dabei der kurzweilige Bereich des Lichtanteils von der Atmosphäre absorbiert wird, erreicht die Mondoberfläche hauptsächlich der langwellige, rote Lichtanteil. Die Mondoberfläche erscheint rötlich bis bräunlich. Die Intensität des Rots hängt von der Reinheit der Atmosphäre ab. Große Staubbelastung, z. B. nach großen Vulkaneruptionen, sorgt für dunkle Rotfärbung des Mondes.

Beobachtung

Im Gegensatz zur Sonnenfinsternis kann eine Mondfinsternis mit bloßem Auge beobachtet werden. Während der Kernphase kann die scheinbare Helligkeit auf +2 Magnitude abfallen. Man kann den blutroten Mond zwar ohne optische Hilfen beobachten, richtig schön kommt er mit einem Fernglas zur Geltung. Fotografisch einfangen lässt er sich ebenso relativ leicht. Je nach Motiv können hier Brennweiten zwischen 50 mm und 500 mm eingesetzt werden. Stativ ist natürlich Voraussetzung.

Mondfinsternis am 9. November 2003

Aufgenommen mit einer Olympus Camedia C-2020Z.

Infografik

Mit freundlicher Genehmigung von universe2go.

Infografik:

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