Instagram – das soziale Netzwerk für Fotografen mit Suchtfaktor

Die sozialen Netzwerke habe ich nie richtig verstanden. Facebook und Co mit für mich sinnlos erscheinden Meldungen und überladendem Text- und Bildcontent kamen mir wie die manifestierten Gedanken eines wirren Teenagers vor. Ich mag: „Tag und Nacht Berlin“, „Dragon Ballz“ und „Voice of Germany“. Ich mag singen, tanzen, hüpfen, bunt einkaufen, Bauchpiercing und Typen mit Tattos. Hier ist ein Selfie von mir mit hochgesteckten Haaren und hier ist ein Bild von meinem Kätzchen. Ich habe 1584 Freunde und ich schreibe mit jedem von ihnen. VERSPROCHEN!!!!!!! Wenn ihr mich liked, like ich euch auch!

Klingt nach einem Vorurteil. Vielleicht. So kamen mir jedenfalls die sozialen Netzwerke bisher vor. Als ich von Instagram hörte, dachte ich: Wieder mal so ein sonnloser Zeitvertreib. Auf der Suche nach Bildbearbeitungs- und Kamera-Apps stieß ich irgendwann mal wieder auf Instagram. Ich wurde neugierig auf die Kamera- und Bildbearbeitungsmöglichkeiten der App. Also, lud ich sie runter und probierte sie aus. Die Notwendigkeit der Registrierung und Verbindung mit gespeicherten Kontakten schreckten mich erst einmal ab. Ein paar Wochen lang fristete die App wieder ihren digitalen Schlaf auf meinem Iphone. Schließlich registrierte ich mich und lud das erste Bild hoch, dann noch eins und noch eins… Und dann kamen die „Likes“. Fast im Minutentakt. Während auf Flickr bei einem neuen Account ewig lange nichts passiert, kickten und bewerteten hier Dutzende User meine wenigen hochgeladenen Bilder. Ich war begeistert! Mich packte die Sucht.

Zu der App selbst:

Die Instagram-App besteht aus einer Kamera, Bildbearbeitungstools und einem Community-Bereich. Bilder werden bei Instagram in einem einheitlichen Square-Format veröffentlicht, was ein wenig an Polaroid-Aufnahmen erinnert. Die Kamera ist einfach aufgebaut mit einem Schnellzugriffsbutton für Blitz, Hilfsgitter und einem blauen Auslöseknopf in der Mitte. Die Schattenbereiche löst die App etwas besser als die Standardkamera des Iphone auf, viel besser ist sie ansonsten nicht. Alle Aufnahmen werden außerdem im Quadrat-Format gespeichert. Richtig gut sind die integrierten Bildbearbeitungstools von Instagram. Mit Farb-, Sättigungs- und Tonwertkorrektur lassen sich die Aufnahmen richtig zur Geltung bringen. Darüber hinaus kann man künstliche Vignette erzeugen oder Tiefenschärfe mit radialem oder linearem Tilt Shift verringern. Ferner lassen sich die Aufnahmen mit Hilfe von mehreren vordefinierten Filter-Effekten aufpeppen.

Die Instagram-Community wurde in erster Linie für Smartphone-Fotos entwickelt, wie aus dem Plattformnamen hervorgeht: „instant camera“ (Sofortbildkamera) und „telegram“. Wie ich aber gesehen habe, posten die meisten erfolgreichen Instagram-Fotoblogger DSLR-Bilder. Wenn man sich die Zahl deren Follower anguckt, wird man ein wenig neidisch. Deswegen bin ich noch unschlüssig, ob ich bei reinen Smartphone-Fotos bleibe.

Ich bin erst einige wenige Tage bei Instagram und bin von der Plattform begeistert. Weitere Berichte und Erfahrungen werden folgen.

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